Kohlendioxid und andere Treibhausgase heizen die Erdatmosphäre auf. Fast alle Forscher sind sich einig: Der Klimawandel hat bereits begonnen. Hitzewellen, Überschwemmungen und Dürrekatastrophen werden der Menschheit immer häufiger zu schaffen machen.
Ohne Kohlendioxid wäre es auf der Erde so unwirtlich wie auf dem Mars. Denn die Gasteilchen wirken in der Atmosphäre wie die Glasscheibe eines Gewächshauses: Sie lassen die Sonnenstrahlen hinein, verhindern aber, dass die Wärme zurück ins Weltall verpufft. Deshalb spricht man vom „Treibhauseffekt“.
Allerdings kann es unter Glas leicht zu heiß werden. Dieses Schicksal droht der Erde, wenn weiter so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. Kohlendioxid (CO2) entsteht immer, wenn kohlenstoffhaltige Substanzen verbrennen – egal, ob das Holz ist, Erdöl, Erdgas oder Kohle. Seit Beginn der industriellen Revolution, also seit die Menschen in Kraftwerken und Motoren fossile Brennstoffe verfeuern, ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre von 280 ppm (Teilchen pro Million) auf 380 ppm gestiegen. Damit ist er so hoch wie nie zuvor in den letzten 650.000 Jahren. Der natürliche, lebenswichtige Treibhauseffekt verstärkt sich so um eine zusätzliche, vom Menschen verursachte Komponente. Experten reden deshalb vom „anthropogenen“ Treibhauseffekt.
Neben CO2 tragen auch einige andere Gase zum anthropogenen Treibhauseffekt bei: Methan, das aus Reisfeldern und Kuhställen entweicht; Distickstoffoxid, das aus gedüngten Äckern aufsteigt; das Reizgas Ozon sowie halogenierte Kohlenwasserstoffe, die für allerlei industrielle Zwecke hergestellt werden. Hingegen wirken Schwebeteilchen, so genannte „Aerosole“, in der Atmosphäre eher abkühlend, weil sie größtenteils die einfallenden Sonnenstrahlen blockieren.
Unter seriösen Klimaforschern zweifelt heute niemand mehr daran, dass sich die Erde unter dem Strich aufheizt – und dass die Treibhausgase schuld daran sind. Am stärksten trägt das CO2 zum globalen Klimawandel bei.
Und der macht sich längst bemerkbar: Im 20. Jahrhundert nahm die globale Durchschnittstemperatur um 0,6 Grad zu. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich dieser Trend nochmals spürbar verstärkt. Fast überall in den Gebirgen der Welt schmelzen die Gletscher Besorgnis erregend schnell ab. Auch die Eispanzer Grönlands und in Teilen der Antarktis ziehen sich zurück.
Der Meeresspiegel stieg im letzten Jahrhundert um 17 Zentimeter. Das Anschwellen der Ozeane geht allerdings bislang nur zu einem kleinen Teil auf die Gletscherschmelze zurück. Entscheidend ist vielmehr, dass sich auch die Weltmeere bis in mehrere Tausend Meter Tiefe aufheizen. Und wenn sich Wasser erwärmt,
dehnt es sich aus. Deshalb klettern weltweit die Pegelstände an den Küsten.
Insgesamt wird die globale Durchschnittstemperatur bis 2100 wahrscheinlich um 2 bis 4,5 Grad Celsius steigen. Das hat bedrohliche Folgen für die Menschheit: Häufige Hitzewellen werden Alten und Kranken zu schaffen machen, seltene, aber umso heftigere Regenfälle Überschwemmungen auslösen, anhaltende Dürren die Ernten vernichten. Immer öfter suchen wahrscheinlich verheerende Zyklone die Tropen heim. Tief liegende Inselstaaten wie die Malediven könnten mittelfristig unbewohnbar werden.
Zudem schwindet im Treibhaus Erde die biologische Vielfalt: Bis zu 30 Prozent der Tier- und Pflanzenarten drohen auszusterben. Mobile Arten breiten sich nach Norden aus – darunter Schädlinge und Krankheitserreger, die Neuland erobern.
Am schlimmsten aber ist, dass sich die globale Erwärmung selbst verstärkt. Liegt etwa weniger Schnee, ist der Erdboden dunkel und heizt sich stärker auf. Dasselbe gilt für den vom Treibeis befreiten arktischen Ozean. Schmilzt der Permafrost-Boden in Alaska, Kanada und Sibirien weiter, könnten große Mengen klimawirksames Methan frei werden. Und vom Hitzestress geplagte Wälder drohen großflächig abzusterben und den im Holz gespeicherten Kohlenstoff in Form von CO2 freizusetzen.
Verfasser: Verbraucherzentrale Hessen e.V.
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